Sonntag, 10. August 2014

Neue PIN ist teuer

Banken sind keinesfalls fantasielos, wenn es um die Erhebung von Gebühren bei ihren Kunden geht. Das wurde mit einer Umfrage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erneut bestätigt.




Diesmal ging es um Gebühren für eine neue PIN, wenn der Bankkunde die ursprüngliche Geheimzahl vergessen hatte, und er deswegen sein Girokonto und seine Bankkarten nicht mehr verwalten konnte.

Von den befragten 15 Banken erheben viele fünf bis sechs Euro für die Ausgabe einer neuen Geheimzahl. Dazu gehören so bekannte Banken wie die Postbank, Santander, HypoVereinsbank, Norisbank oder PSD Köln.

Nach Auskunft der Verbraucherschützer fiel der Sparda Bank West etwas ganz besonderes ein. Die Bank versandte nicht nur die Geheimzahl an die Kunden, sondern schickte zusätzlich eine Kreditkarte mit – zum Preis von 20 €.

Bei manchen Geldinstituten, wie bei der Tagungsbank, hängt die Gebührenerhebung von der Art des geführten Giro-Kontos ab. Wer ein Premium Konto hat, bezahlt nichts, bei einem Onlinekonto betrug die Gebühr für eine neue Geheimzahl jedoch zehn Euro.

Was ist eine PIN?


PIN ist eine Abkürzung für den Begriff "Persönliche Identifikationsnummer". Mit der Geheimzahl können Konten, vor allem Onlinekonten, verwaltet werden. Die PIN ist darüber hinaus erforderlich, wollen Bankkunden Geld an einem Automaten mithilfe einer Bankkarte oder einer Kreditkarte abheben.

Sehr häufig besteht die Geheimzahl ausschließlich aus Zahlen. Sicher hingegen ist eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben. Einige Kreditinstitute geben ihren Kunden unterdessen die Möglichkeit, für ihre PIN eine Zahlen-Buchstabenkombination zu wählen.

Beim Onlinebanking ist es manchmal möglich, die ursprünglich vergebene Geheimzahl durch eine andere PIN, die der betreffende Kunde besser behalten kann, zu ersetzen. Aber offensichtlich bieten lange nicht alle Banken diesen Service an.

Geheimzahl niemals aufschreiben


Kunden sollen eigentlich ihre PIN auswendig lernen und merken, aber niemals aufschreiben und irgendwo hinterlegen. Doch in vielen Fällen ist das Theorie. Wer über eine Reihe von Konten verfügt, kann sich häufig nicht alle PIN Nummern merken.

Erschwerend kommt hinzu, dass PIN Nummern von vielen Banken vorgegeben werden. Da ist es schwer, sich eine Gedankenbrücke zu bauen, die das Behalten der Geheimzahl erleichtern kann.

Deswegen sind einige Banken wie die HypoVereinsbank und comdirekt dazu übergegangen, ihren Kunden zu erlauben, eine eigene für sie leicht zu merkende Geheimzahl zu kreieren. Auch bei der PSD Bank Köln ist das möglich. Die Aufzählung ist nicht vollständig.

PIN verloren, was tun?


Der Verlust muss sofort der Bank und/oder dem Kartenherausgeber gemeldet werden. Andernfalls riskiert der Bankkunde, für eventuelle Schäden aufkommen zu müssen.

Das gilt vor allem, wenn die PIN zusammen mit der Kontonummer oder einer Karte aufbewahrt wird, beispielsweise in der Geldbörse. Wird die Geldbörse gestohlen und räumt der Dieb das Konto ab, ist das Geld mit größter Wahrscheinlichkeit futsch.

Nach gängiger Rechtsprechung handelt der Bankkunde in diesen Fällen grundsätzlich grob fahrlässig und muss deshalb alle Schäden selber tragen.